PRISMA vokal wurden im wahrsten Sinne des Wortes im Wohnzimmer gegründet. Ausgehend von einer kleiner Gruppe, die 1993 als Chor begann, haben seitdem mehr als 170 Sängerinnen und Sänger diesen Chor geprägt und getragen. PRISMA vokal lebt von den Menschen, denen der Chor am Herzen liegt und die sich für ihn einsetzen.

In den ersten Jahren haben Christine Steffens (1993-1994) und Claudia Seemann (1994-1996) den Chor musikalisch geleitet. Ausgangspunkt waren eine Handvoll Leute, die sich im Wohnzimmer zum gemeinsamen Musizieren trafen. Das fand Zustimmung und immer mehr Sängerinnen und Sänger stießen dazu. Nach dem Umzug von Claudia Seemann übernahm Hajo Schöne (1996-2000), den viele Prismaten der ersten Stunde schon als Leiter des Jugendchores der evangelischen Auferstehungsgemeinde Mainz kannten, die Chorleitung. Durch seine zahlreichen Kontakte kam auch PRISMA vokal in Verbindung mit anderen Musikerinnen und Musikern, ein gemeinsames Konzert mit Clemens Bittlinger und Davis Plüss resultierten beispielsweise daraus. Hajo konnte den Chor präzise anleiten und gleichzeitig das Publikum motivieren und mitreißen.

Mit Markus Gück (2000-2016) kam dann ein Chorleiter, der die Struktur und das musikalische Profil von PRISMA neu ausrichtete und über viele Jahre prägte: er kombinierte den hohen geistlichen Anspruch des Chores (Botschaft) mit einem ebenso hohen Anspruch an die musikalische Qualität unter dem Begriff „GospelJazz“. Es ging ihm weder um allgemeinen Geselligkeitsgesang, noch um reine Leistungsorientierung, nicht um das Absingen von Hitparaden des Gospel-Mainstreams. Damit waren (und sind) wir nicht unbedingt mehrheitstauglich, aber unverwechselbar und mit einem klaren Profil. Markus kombiniert herrlichen Humor mit hoher Professionalität und Kreativität. Er begeisterte den Chor für immer neue Rhythmen, auch komplexer Art, und schenkte uns viele wunderbare Kompositionen und Arrangements, die zu PRISMA-Standards wurden. Mit Markus entstand unsere CD „GospelJazz“. Er kennt unzählige Leute aus der Musikbranche und so kam es zu vielen tollen Bandkonzerten und Chorbegegnungen. Ursprünglich war angedacht, dass Markus nur ein Jahr die Chorleitung vertreten sollte, dann wurden aber doch viele Jahre daraus und PRISMA wäre heute nicht da, wo es ist. 10000 Gründe, um Danke zu sagen!

Lena Perrey (2017-2021) schließlich eröffnete dem Chor wieder neu die Schönheit von a-cappella-Stücken. PRISMA begeisterte sich dafür, mehr auf sich selbst gestellt zu sein und sich dabei selbst besser zu hören – mit allen Herausforderungen an die Intonationssicherheit, die das mit sich bringt. Ihre wunderbare Musikalität, Stilsicherheit und Freundlichkeit hat uns jede Probe bereichert. Sie brachte darüber hinaus viel „junges Blut“ mit in unsere Reihen, was uns natürlich auch gut tat. Es gab noch eine – für PRISMA-Verhältnisse grundlegende – Änderung: die bunten Handschuhe und schwarze Kleidung bei den Auftritten wurden abgeschafft (zuständig dafür war der „Handschuh-Ausschuss“). Der Chor war erwachsen geworden und wollte das auch in seinem Outfit ausdrücken. Seitdem sind wir je nach Anlass in „Schwarz-Weiß-Beere“ oder „Schwarz-Weiß-Grau-Silber“ gekleidet. In Lenas Zeit fiel leider auch der Beginn der Corona-Pandemie. Wir mussten überlegen, wie wir damit umgehen und entschieden uns, die Proben nicht auszusetzen, sondern online fortzuführen. Das war eine Herausforderung! Die Videokonferenz-Systeme war noch störanfällig und die Übertragungszeiten führten dazu, dass das Audio nicht richtig zusammenkam. Also schalteten wir alle den Ton ab und hörten uns nur selbst laut singen – und Lena natürlich, die uns bei der Stange hielt. Was für eine Leistung!

Nach dem relativ kurzfristigen Wegzug von Lena, und das noch mitten in der Pandemie, war es schwierig, eine neue Chorleitung zu finden. Also sprang Susanne Singer (seit 2021) in den Ring – bis dahin als Chorsängerin mit dabei. Ihr Herz schlägt ebenfalls für den a-capella-Gesang und sie bringt die Weltmusik mit ins Repertoire: Nun singen wir nicht mehr nur auf Deutsch und Englisch, sondern auch auf Japanisch, Altkirchenslawisch, Französisch, Italienisch, Latein, Slowakisch, Suaheli, Xhosa und Zulu. O la la! Da wird das Auswendiglernen von Texten noch mal eine Spur herausfordernder. Aber echte Prismaten bewerkstelligen auch das. Susanne hat auch eingeführt, dass sie für alle Lieder aus dem Repertoire Übetracks erstellt, die dem Chor beim Einstudieren helfen. Eine weitere Neuerung: jede Chorprobe beginnt und endet pünktlich. Und: jede Probe schließt mit einem Abendlied, so dass wir alle auch nach einer herausfordernden Probenarbeit zur Ruhe kommen und friedlich in die Nacht gehen können. Sie setzt gerne auf Registerproben und bindet dabei die Chormitglieder ein. Zur Altweiberfassnacht ist sie leider meist verhindert – sie wird dann vertreten von der etwas tüddeligen Cindy oder der gar strengen Roswitha…

PRISMA vokal ist sich in all den Jahren treu geblieben – experimentierfreudig, freundschaftlich verbunden, herzlich, mit musikalischem und geistlichem Anspruch, humorvoll, gleichzeitig dem Chor treu und offen für neue Leute.